Projektbeschreibung

Wissenschaftliches Team/ Photo: Denkwerk Projekt Bremen

„Das Gewebe der Sklaverei: auf den Spuren transatlantischer Versklavung in Bremen“

Koordinatorin: Professor Dr. Sabine Broeck, Sprach - und Literaturwissenschaften (FB 10), Universität Bremen

Bremen ist für seine lange Handelstradition bekannt. So erwarb es mit Hilfe seines Überseehandels mit Baumwolle, Zucker, Kakao, Kaffee und Tee seinerzeit großen Reichtum. Dieser Handel, und somit Bremens Regional- und Stadtgeschichte, war eingebunden in Sklaverei und Sklavenhandel. Das belegen historische Quellen. Das Denkwerk Projekt, das gemeinsam mit Lehrenden für den Abiturschwerpunkt Tiefer Süden entworfen wurde, setzt hier an und fragt, wie die öffentliche Erinnerung an diese Einbindung aussieht.

Das Stichwort lautet also „forschendes Lernen“. Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen der Oberschule am Waller Ring und der gymnasialen Oberstufe der „Langen Reihe“  (Schulzentrum Walle) begeben sich auf die Suche nach den Spuren der Sklaverei im Bremer Gedächtnis. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Frage nach der öffentlichen Erinnerung kaum Thema im Schulunterricht, in Reportagen und Museumsausstellungen ist – selbst wenn es direkt um Zucker und Kaffee oder das Jubiläum der Baumwollbörse geht – erforschen Schülerinnen und Schüler in enger Zusammenarbeit mit Bremer WissenschaftlerInnen wie die Erinnerung bzw. das Vergessen von Spuren der Sklaverei entstehen. Neben der Projektarbeit von SchülerInnen, LehrerInnen und WissenschaftlerInnen im Klassenraum spielen Exkursionen, z.B. in Bremer Archive und in Museen im Bremer Umland und Niedersachsen, eine große Rolle. Hierbei sollen die Schülerinnen und Schüler eigenständig, aktiv und ergebnisoffen das vorliegende Material untersuchen.

 Durch die Einbindung internationaler Expertinnen und Experten – z.B. des Institut zur Erforschung der Sklavereigeschichte der Niederlande (NiNsee), das die niederländische Einbindung in Sklaverei und Sklavenhandel untersucht – soll außerdem eine weitere Perspektive auf die Erinnerung der Sklaverei in Europa als transnationale Geschichte eröffnet werden. Die Ergebnisse werden auf dieser Website zusammen getragen und präsentiert.

Schülerkommentar

Schülerinnen und Schüler des Denkwerk Projekts bei der Arbeit / Photo: Denkwerk Projekt Bremen

Das Denkwerk-Projekt 2012

Unser Projekt dieses Jahr befasste sich mit den Spuren des Sklavenhandels im 18. und 19. Jahrhundert in Bremen. Das Englisch-Profil des zwölften Jahrgangs am Schulzentrum Walle befasst sich seit Anfang Februar diesen Jahres mit dem Thema. Zusammen mit Professor Sabine Bröck von der Uni Bremen haben die Schüler an verschiedenen Orten wie Bramsche und dem Bremer Staatsarchiv zu ihren jeweiligen Themen recherchiert. Über 3 Monate hinweg leisteten die Schüler exzellente Forschungsarbeit und kamen dank der Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung und Professor Bröck einem Ergebnis immer näher. Ende Mai schließlich waren die Projekte fertig – alle Schüler haben qualitativ hochwertige Arbeit abgeliefert. Diese Ergebnisse sind jetzt hier zu finden, ungekürzt und unverändert. 

Peer Overbeck