Die Spurensuche ist beendet.

Am 19. März 2015 ist das Bremer Denkwerk-Projekt "Das Gewebe der Sklaverei" mit einem Pressegespräch zu einem erfolgreich Abschluss gekommen. In diesem Gespräch berichteten die Leitung der Schule, Frau Monika Koschorreck (Abteilungsleitung Gymnasium und stellvertretende Leitung der Schule), die Lehrerin der beteiligten Klasse, Frau Inga Smets, einige der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler und Prof. Sabine Broeck (Amerikanistik/Uni Bremen) von der geleisteten Arbeit und stellten einige Forschungsergebnisse vor.

Die gesamten Ergebnisse der schulischen Forschungsarbeiten aus beiden Projektjahren können hier eingesehen werden.

Hier gelangen Sie zur Berichterstattung des Weser Kurier vom 23.03.2015.

Über diesen Link gelangen Sie des Weiteren zu einem wissenschaftlichen Artikel von Prof. Sabine Broeck, der Bezug nimmt auf die Archivfunde des ersten Projektjahres.

 

 

 

 

 

Das zweite Projektjahr

Das zweite Projektjahr wurde mit einem Vortrag von Prof. em. Micha Brumlik eröffnet, der in seinem Beitrag den Blick auf die Querverbindungen zwischen Holocaust, Kolonialität und Versklavung richtete, und damit auf eine lange europäische Geschichte der Verunmenschlichung von Menschen, die nicht das Geburtsrecht weißer europäischer BürgerInnen besaßen, sondern zu extrem verdinglichter Existenz gezwungen oder vernichtet wurden.

Ein weiteres Highlight des zweiten Projektjahres war die Klassenfahrt nach Liverpool, wo wir das International Slavery Museum (www.liverpoolmuseums.org.uk/ism/) besuchten. Die Ausstellung, mit der die komplexe europäische Verantwortung für und Durchführung des transatlantischen „Sklaven“handels und der Versklavung, ihre lang andauernde Geschichte und Konsequenzen bis heute mit teilweise extrem drastischen Details dokumentiert wird, gab der Gruppe viele Anregungen für ihre eigenen Forschungsarbeiten. Die SchülerInnen erstellten dazu Materialsammlungen. Zum Beispiel gab es als Exponat einer Bilderserie von Straßennamen, die rühmend an Versklaver und „Sklaven“händler als wichtige und ehrbare Bürger Liverpools erinnern sollen. Diese Erinnerungspolitik, in der die Täter, und nicht die namenlosen Opfer der Versklavung öffentlich im Gedächtnis bleiben, wird dabei Frage gestellt. Dies war Ausgangspunkt für die SchülerInnen, sich im Anschluss mit der öffentlichen Architektur Bremens und ihren Spuren der Versklavung zu beschäftigen.

 

Die Spurensuche in Bremen geht endlich weiter...

Bremen ist für seine lange Handelstradition bekannt. Es erwarb mit Hilfe seines Überseehandels mit Baumwolle, Zucker, Kakao, Kaffee und Tee seinerzeit großen Reichtum. Das Denkwerk-Projekt setzt hier an und fragt, wie Bremens Einbindung in Sklaverei und Sklavenhandel erinnert wird. SchülerInnen und Lehrende des Schulzentrums Walle begeben sich gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Uni Bremen auf Spurensuche.

Das Schulzentrum Walle, die Universität Bremen und die Robert Bosch Stiftung luden am 17. Dezember 2013 zur Fortsetzung der Spurensuche an der Langen Reihe 81.

Bei der Auftaktveranstaltung führten ins Thema ein:

Die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs des Englischprofils

Prof. Sabine Broeck von der Uni Bremen und

Prof. em. Micha Brumlik vom Zentrum für Jüdische Studien Berlin Brandenburg. Prof. Brumlik leistete zum Thema "Moderne Genozide, der transatlantische Sklavenhandel und der Holocaust - Was ist zu vergleichen, was gleichzusetzen?" einen Beitrag.

Hier findest Du / finden Sie ein paar Bilder der Auftaktveranstaltung. Wir sind unterwegs auf Spurensuche!

Szene Raum Auftaktveranstaltung
Präsentation
Prof. em. Micha Brumlik
Prof. Sabine Broeck

 

 

Wir fördern Schülerinnen und Schüler

Webstuhl / Photo: Denkwerk Projekt Bremen

In Denkwerk fördern wir Projektpartnerschaften zwischen Wissenschaftlern, Lehrern und Schülern. Ziel ist es, Schülern und Lehrern einen Einblick in aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zu ermöglichen.

Durch aktive Mitwirkung an kleineren Forschungsprojekten lernen Schüler Fragestellungen und Methoden der Geistes- oder Sozialwissenschaften kennen und können sich auf dieser Grundlage gut informiert  für – oder gegen – ein entsprechendes Studium entscheiden.

Die geförderten Denkwerk-Projekte sind so vielfältig wie die geisteswissenschaftlichen Inhalte, die sie zum Gegenstand haben. Ob Kunst, Sprache, Geschichte oder Politik, ob für ganze Klassen oder für einzelne, ausgewählte Schüler – dank spannender Inhalte mit aktuellem Bezug, engagierter Lehrer sowie Wissenschaftlern, die ihre Fächer mit Leidenschaft dem Nachwuchs öffnen, gelingt es, Schüler erfolgreich an die Geistes- und Sozialwissenschaften heranzuführen.